Praxis für anthroposophische und hausärztliche Medizin

im Gesundheitszentrum Ottersberg



Anthroposophische Medizin - Was bedeutet das eigentlich?  

 

Die Erkenntnisse und Untersuchungsmethoden der naturwissenschaftlichen, sogenannten Schulmedizin werden in ihren Grundsätzen voll anerkannt - das unterscheidet die anthroposophische Medizin von alternativen Therapiemethoden im engeren Sinne.

Allerdings liegt der anthroposophischen Medizin ein erweitertes Menschen-, Welt- und Naturverständnis zugrunde. Das unterscheidet die anthroposophische Medizin von der Schulmedizin; und obgleich deren  Erkenntnisse und Studienergebnisse als solche voll anerkannt werden, kommt es in der anthroposophischen Medizin nicht selten  zu abweichenden Interpretationen z. B. von Wirkungszusammenhängen.


Was macht die anthroposophische Medizin so besonders?

Wir nehmen uns in der Regel viel Zeit, um mit Ihnen über Ihre Beschwerden und Ihre Geschichte ausführlich zu sprechen. Dabei ist uns wichtig, Ihre individuelle Situation umfassend kennen zu lernen - auch die Dinge, die vordergründig nicht mit den aktuellen Beschwerden verbunden sind. Die von uns (und anderen Kollegen) gewonnenen Erkenntnisse und Diagnosen werden wir Ihnen ausführlich erklären und mit Ihnen besprechen, welche Möglichkeiten einer Behandlung es gibt. Uns ist wichtig, dass Sie mit Ihrer Behandlung einverstanden sind und sie gerne durchführen.

Das Ziel der Behandlung ist in der anthroposophischen Medizin nicht "schnellstmögliche Symptomfreiheit", sondern mehr: dass Sie durch Ihre Erkrankung einen biografischen (z. B. Erkenntnis-) Gewinn haben, der es Ihnen ermöglicht, auf Ihrem eigenen Lebensweg mit Mut und Kraft voran zu schreiten.

Daher arbeiten wir nur selten mit Symptom-unterdrückenden Medikamenten, sondern fördern  Ihre Selbstheilungskräfte und unterstützen Sie in Ihrem Mut, Ihre Biografie in die eigene Verantwortung zu nehmen.


Was ist  das "anthroposophische Menschenbild"?

Wir gehen in der anthroposophischen Medizin davon aus, dass die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse Aussagen treffen können über den Anteil des menschlichen Daseins, der chemischen, physikalischen und biologischen Gesetzen unterliegt, den sogenannten physischen Leib.

Bereits die Tatsache, dass dieser Leib lebendig ist, ist allein mit diesen Gesetzmäßigkeiten nicht zufriedenstellend erklärbar.  Wir sehen also den Lebenskräftezusammenhang des Menschen als eigenes "Wesensglied" an, das er mit der lebendigen Natur des Pflanzen- und Tierreiches gemeinsam hat.

Hinzu kommt, dass der Mensch ein eigenes, inneres seelisches Leben hat, ein Gefühlsleben, ein Bewusstsein und Selbstbewusstsein sowie Wahrnehmungen und Empfindungen, die von der äußeren Welt angeregt, vom eigenen Seelischen aber interpretiert werden. (Versuchen Sie nur mal, einem anderen Menschen Ihren Lieblingsduft zu beschreiben...) Der Zusammenhang dieser im weitesten Sinne seelischen und auf das eigene Innere bezogenenen Vorgänge wird in der anthroposophischen Medizin ebenfalls als eigenständiges Wesensglied beschrieben und in seiner leiblichen und seelischen Wirksamkeit differenziert betrachtet. Auch in einem Großteil der Tierwelt finden sich ähnliche Phänomene des Seelisch-Geistigen.

Schlussendlich hat ein jeder Mensch seine ganz eigene Biografie, seinen Lebensweg, auf dem ihm so manches als schicksalhaft gefügt vorkommen mag. In dem Zusammenfließen eigener Taten und Entscheidungen, die wir mit mehr oder weniger wachem Bewusstsein treffen, mit den schicksalhaft eintretenden Wendungen und Besonderheiten unseres Daseins erschließt sich ein Ausblick auf dasjenige Wesensglied, das dem Geistigen der Welt am nächsten steht und daher dem irdischen Tod nicht unterliegt, das Ich.


Woher kommt denn die anthroposophische Medizin?

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts antwortete Rudolf Steiner auf die Frage nach einer "Spiritualisierung" der damaligen Medizin mit der Durchführung mehrerer Vortragsreihen für Ärzte und Medizinstudenten. Es kam zu einer Zusammenarbeit mit der Ärztin Ita Wegmann, mit der zusammen er noch kurz vor seinem Tode 1925 eine Basisschrift der anthroposophischen Medizin verfasste: "Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen" (Nr. 27 der Gesamtausgabe, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz).

Aus diesem Ursprungsimpuls ist mittlerweile eine in vielen Ländern der Welt vertretene besondere Therapierichtung der Medizin entstanden, die in Deutschland gesetzlich verankert ist und von mehreren hundert niedergelassenen und Krankenhausärzten und -ärztinnen praktiziert wird.


Und was bedeutet das nun für Ihre Therapie?


Welche Medikamente werden benutzt?

Wir nutzen zur Behandlung Substanzen aus allen Naturreichen: Metalle und Minerale, Pflanzen und Pflanzenteile, Tiere (wie die Biene) oder Tierorgane    (z. B. vom Rind) sowie menschliche Substanzen (hier ausschließlich in Form der Eigenblutbehandlung). Diese verordnen wir gemäß unserer Erkenntnis der Zusammenhänge des Menschen und der Krankheitsphänomene mit den Naturprozessen. Die so verordneten Heilmittel sind arm an Nebenwirkungen und werden recht häufig in verschiedener Weise miteinander kombiniert - um dem Krankheitsprozess aus verschiedenen Aspekten zu begegnen.

Es gibt Mittel, die wir substanziell verordnen (z.B. als 50% Pflanzenverreibung), nicht selten werden die Substanzen aber einem der Homöopathie ähnlichen Potenzierungsprozess unterworfen, wobei wir die stoffnahen niedrigen Potenzen (D2,D3,D6) häufig bevorzugen und nur in Ausnahmefällen die D30-Potenz überschreiten. Zusätzlich kennt die anthroposophische Medizin einige ganz eigene Verarbeitungsmethoden, die zu eigenen, nur hier zu findenden Medikamenten führen:

  • die potenzierende Verarbeitung von Metallsubstanzen durch die Pflanze ("vegetabilisierte Metalle")
  • die mineralischen Kompositionen nach dem (geistigen) Urbild einer Pflanze
  • einige z.T. auf Rudolf Steiner zurück gehende besondere Herstellungsweisen, die z. B. einen Metall- mit einem organischen Prozess verbinden (wie Blei und Honig im Scleron), oder die verschiedene Pflanzenanteile in spezifischer Weise miteinander in Verbindung bringen (wie bei den Mistelpräparaten).


Wie werden die Medikamente angewandt?

Der in der Schulmedzin übliche Weg der Einnahme von Medikamenten ist hier nur ein Weg unter mehreren, um die Substanzen mit dem zu gesundenden Organismus in Verbindung zu bringen. Wir nutzen nicht selten den Weg der Injektion unter die Haut oder auch die äußere Behandlung mittels Wickeln oder  (Salben-)Auflagen.


Und welche Heilmethoden gibt es noch?

Es gibt eine Reihe von besonderen Heilmethoden der anthroposophischen Medizin, wie besonders die Heileurythmie, die durch eine individuell gestaltete Bewegungstherapie den Patienten in seinen Selbstheilungs- und Aktivierungskräften unterstützt.

Ebenso werden künstlerische Therapien angewandt wie


Was kostet denn anthroposophische Medizin?


Wer bezahlt die ärztliche Behandlung und Beratung?

Wir arbeiten wie jede normale hausärztlich-internistische Praxis mit "allen Kassen", d.h. wir benötigen vorerst nur Ihre Krankenversichertenkarte. Die Tatsache, dass wir uns manchmal zur ausführlichen Erläuterung und Besprechung Ihrer Erkrankung oder eben für eine anthroposophische Therapie-Erstellung viel Zeit nehmen, lassen wir uns nicht extra bezahlen, um für jedermann/jedefrau gleichermaßen erreichbar zu bleiben.

Naürlich investieren wir dafür ungewöhnlich viel Zeit. Daher freuen wir uns besonders, wenn Sie uns entweder

  • von einer von Ihnen abgeschlossenen Zusatzversicherung wissen lassen - so dass wir die anthroposophischen Leistungen privatärztlich abrechnen können, ohne Sie zu schröpfen;
  • oder wenn Sie bei einem Krankenkassenwechsel eine jener Krankenkassen wählen, mit denen die Gesellschaft anthroposophischer Ärzte einen gesonderten sogenannten IV-Vertrag geschlossen hat, über den wir wiederum unsere Leistungen anständig abrechnen können. Eine Liste derjenigen Krankenkassen, die aktuell mit der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte so zusammenarbeiten, finden Sie unter      http://www.gaed.de/integrierte-versorgung.html , Unterpunkt Teilnehmende Kassen.

 

Wer bezahlt die anthroposophischen Medikamente?

Medikamente der anthroposophischen Medizin sind in der Regel von Ihnen selbst zu zahlen und werden daher auf einem Privatrezept verordnet.

Natürlich steht es Ihnen frei, das Privatrezept mit der Rechnung aus der Apotheke der Krankenkasse zur Erstattung einzureichen. Viele Krankenkassen erstatten zumindest einen Teil Ihrer Kosten bis zu gewissen Jahreshöchstgrenzen.


Es gibt einige wenige Ausnahmen, wo auf Grund des Wirkstoffgehaltes eines Medikamentes Nebenwirkungen möglich sind und das Mittel daher verschreibungspflichtig ist. 

Und es gibt eine Reihe von Krankheitsbildern, bei denen die "für das jeweilige Krankheitsbild innerhalb der anthroposophischen Medizin als Standardbehandlung angesehenen" Medikamente ausnahmsweise doch über die gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können. (Beispielsweise Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen oder die Misteltherapie bei bestimmten Verläufen der Krebserkrankung). In diesen Fällen erhalten Sie von uns ein normales Kassenrezept.


Und wer bezahlt die anthroposophischen Therapien?

Wenn Sie mit uns einen IV-Vertrag für anthroposophische Medizin geschlossen haben, werden die Therapien - auf speziellen Formularen verordnet - von den Krankenkassen übernommen; allerdings muss auch der Therapeut an den IV-Vertrag angegliedert sein.

Ansonsten müssen wir Sie bitten, vor Beginn einer Therapie eventuell mögliche Kostenübernahmen mit Ihrer Krankenkasse zu klären. Viele Krankenkassen übernehmen die Heileurythmie und künstlerischen Therapien zumindest teilweise. Sie werden dann von uns auf einem Privatrezept verordnet, dass Sie zusammen mit der Rechnung des Therapeuten der Krankenkasse zur Erstattung einreichen.

Weiterführende Informationen auf den Webseiten der Fachverbände

 

 

 

 www.gesundheit-aktiv.de (anthroposophischer Patientenverband)


Grundlagen der anthroposophischen Menschenkunde und Medizin und aktuelle Informationen  finden Sie jetzt auch unter

https://www.anthromedics.org und hier z. B. unter "Grundlagen".